ARTS-Projekt

Informationen zur Gruppe bzw. dem Projekt

ARTSAccelerating and Rescaling Transition to Sustainability

Ein europäisches Forschungskonsortium erforscht die Rolle lokaler Nachhaltigkeitsinitiativen sowie stadtregionaler Dynamiken zur Beschleunigung eines Wandels zu einer nachhaltigeren Gesellschaft.

http://acceleratingtransitions.eu | http://artsblogdresden.de

Hintergrund

Wie lässt sich die Gesellschaft nachhaltiger gestalten? Das fragen sich weltweit immer mehr Menschen und entschließen sich nicht selten dazu selbst aktiv zu einer nachhaltigeren Gesellschaft in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld beizutragen. Somit sind in den letzten 20 Jahren gerade auf lokaler Ebene verschiedene Initiativen entstanden, die versuchen, umweltverträgliche Lebensweisen aufzeigen und dabei häufig die derzeit vorherrschenden Produktions- und Konsummuster zur Erfüllung unserer Bedürfnisse in Frage stellen. Auch aus diesem Grund wird lokalen Nachhaltigkeitsinitiativen ein beachtliches Potenzial bezüglich der Beschleunigung des Wandels zu einer nachhaltigeren Gesellschaft zugeschrieben. Klare empirische Belege dafür, dass diese lokalen Initiativen über die Schaffung von Insellösungen hinaus auch Anstöße für einen breiteren, “bottom-up” initiierten gesellschaftlichen Wandel geben können, gibt es jedoch kaum.

Daher untersucht das Forschungsprojekt ARTS (Accelerating and Rescaling Transitions to Sustainability), welche Rolle lokale Initiativen für einen solchen “Wandel von unten” spielen und welche Dynamiken sie hierfür auf stadtregionaler Ebene anstoßen (können). Das ARTS Projekt, koordiniert vom Dutch Research Institute for Transition (DRIFT) der Erasmus Universität Rotterdam und ausgeführt in Zusammenarbeit mit zehn europäischen Forschungspartnern, ergründet am Beispiel der Städte Brighton, Budapest, Dresden, Genk und Stockholm, wie lokale Initiativen den Wandel zu nachhaltigen Stadtregionen beschleunigen können. Im Mittelpunkt stehen dabei sogenannte “lokale Nachhaltigkeitsinitiativen” und die Frage, welche Bedingungen und Mechanismen deren Bemühen um eine Veränderung städtischer Infrastrukturen und Lebensstile befördern oder behindern. Dabei werden Nachhaltigkeitsinitiativen aus den unterschiedlichsten Handlungsfeldern genauer untersucht: aus dem Bereich der Lebensmittelversorgung (z. B. städtische Landwirtschaft und Lebensmittelkooperativen), dem Bereich der Mobilität und des Transports (z. B. Car- und Bike-sharing), hinsichtlich ressourceneffizienter  Bau- und Siedlungsstrukturen, umweltfreundlicher Energieerzeugung, Umwelt- und Transitionsbildung sowie dem Bereich des Ressourcen- und Naturschutzes.

Vor diesem Hintergrund führt das IÖR-Team eine umfassende Studie zur Stadtregion Dresden durch, in der sich in den letzten zwei Jahrzehnten unterschiedliche Initiativen, die auf einen gesellschaftlichen Wandel hinwirken, gegründet und gefestigt haben. Letztere sind zum Einen bereichsübergreifend, wie zum Beispiel die Bewegung “Dresden im Wandel”, die “Lokale Agenda 21″ für Dresden, das “REGKLAM-Projekt” und das integrierte Stadtentwicklungskonzept “Zukunft Dresden 2025″ von 2013. Zum Anderen sind die Initiativen auch bereichsspezifisch, wie zum Beispiel die “Verbrauchergemeinschaft für umweltgerecht erzeugte Produkte eG” (Lebensmittelkooperative), die “Bürgerkraftwerke” (von Dresdner BürgerInnen betriebene Kraftwerke), der “DREWAG Innovationsfund” zur umweltfreundlichen Energieerzeugung und Energieeinsparung oder auch die Initiative zum Aufbau von “Gemeinschaftsgärten in Dresden”.

Leitende Forschungsfrage und Teilfragen

Die übergreifende Forschungsfrage des ARTS-Projekts lautet: Wie können lokale Nachhaltigkeitsinitiativen den Wandel zu einer nachhaltigeren Stadtregion beschleunigen? Dabei wird auf folgende Forschungsteilfragen fokussiert (weiterlesen):

  • Wie kann die Verknüpfung von Nachhaltigkeitsinitiativen aus verschiedenen Themenbereichen die Beschleunigung eines gesellschaftlichen Wandels zur Nachhaltigkeit ermöglichen oder hemmen?
  • Wie befördern oder behindern spezifische städtische/regionale Rahmenbedingungen die Beschleunigung lokaler Wandlungsprozesse?
  • Wie können lokale Nachhaltigkeitsinitiativen einen Wandel zur Nachhaltigkeit beschleunigen und zugleich Bürgerbeteiligung und gesellschaftliche Akzeptanz gewährleisten?

Forschungsansatz

  • Vertiefte Fallstudien in fünf europäischen Stadtregionen (Brighton, Budapest, Dresden, Genk, Stockholm), basierend auf aktuellen Forschungsansätzen aus den Bereichen zivilgesellschaftlicher Initiativen, Innovations- und Diffusionsforschung  sowie Governance- und Stadtentwicklungsforschung.
  • Austausch mit lokalen Akteuren aus dem zivilgesellschaftlichen, öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich mittels Konferenzen, Workshops und der Durchführung von Interviews.
  • Förderung von bürgerschaftlicher Beteiligung und sozialen Lernprozessen durch die Zusammenarbeit mit ansässigen Nachhaltigkeitsinitiativen, Bloggern und der lokalen Kunstszene in der jeweiligen Stadtregion.

Forschungsziele

Das ARTS Projekt soll unser Verständnis der Bedingungen, Herausforderungen und Mechanismen zur Beschleunigung des gesellschaftlichen Wandels zu Nachhaltigkeit vertiefen. Es stärkt dabei die Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft und Forschung mit dem Ziel, Theorien und politische Strategien zu formulieren und soziale Innovations- und Lernprozesse anzustoßen. Das Projekt trägt somit zu neuen Governanceansätzen und Instrumenten bei, die die öffentliche Debatte rund um Nachhaltigkeit und bürgerschaftliches Engagement beleben sollen. Bezüglich der Stadtregion Dresden sollen im Projekt ein lokales Transitionskonzept erarbeitet und Strategien aufgezeigt werden, die zur Vernetzung und Ausweitung der lokalen Initiativen beitragen können. Die Zusammenarbeit zwischen fünf europäischen Stadtregionen soll vergleichende Einblicke in Beschleunigungsdynamiken geben, die einen landes- und europaweiten Wandel zu Nachhaltigkeit von unten anstoßen können.

 

► Weitere Informationen zu der Gruppe bzw. dem Projekt erhältst Du, wenn Du auf Dresden im Wandel angemeldet bist.

Bevor ich an meinen Blogbeitrag vom 26. Februar 2015 (Teil 1 von Gesellschaft im Wandel) anknüpfe, möchte ich mich bei den Kommentatoren dieses Beitrages für ihre Aufmerksamkeit und ihre Anmerkungen bedanken. Weiter so und gern auch mehr. Danke!

Bei meinem ersten Blogbeitrag zu dem Thema habe ich festgehalten:

  • die zunehmende Spezialisierung führt dazu, dass Umstände nur punktuell, aber nicht im systemischen Zusammenhang betrachtet werden
  • wir in Zeiten einer gesellschaftlichen Krise globaler Natur, kurz Systemkrise, leben
  • ein WIR-Gefühl allein nicht reicht, es vielmehr auch ein gemeinsames Ziel braucht, Ko-Operation

Daher ist es notwendig, dass wir uns die Fragen stellen:

  • Wo wollen wir hin?
  • Wo können wir hin?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Zukunftstrends festzumachen. Grundsätzlich wird dabei die Vergangenheit und der aktuelle Status betrachtet und dann in Richtung Zukunft geschlussfolgert. Besonders tiefgreifende und nachhaltige Trends – und über solche möchte ich hier sprechen – werden dabei als Mega-Trends bezeichnet. *1

Bildgewaltige Mitschrift durch Antje Dennewitz Photo: Benjamin HermsdorfWas passierte, als Geld vom Tauschmittel für die Wirtschaft zum Zweck der Wirtschaft wurde? Wer profitiert davon? Und wer verliert? Wie gestalten wir durch unser Konsumverhalten die Wirtschaft mit? Und was tut eine Regionalwährung eigentlich für die Region?

Diesen und anderen Fragen gingen am Freitagabend in der letzten Juni-Woche etwa 15 Menschen nach. Wir trafen uns im Lose Laden, in dem Organisator Benjamin Hermsdorf (Stories of Change) durch den Abend führte. Neben der Lose-Besitzerin Berit Heller saßen Elbtaler-Mitbegründer Norbert Rost und Inhaber des Naturkostfachgeschäftes Nahrungsquell Frank Großkopf mit auf der Couch.

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ARTS – Accelerating and Rescaling Transition to Sustainability
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