Wohin entwickelt sich Dresden im Zeitalter nach den fossilen Energieträgern, des Klimawandels, der Wirtschaftskrise? Wohin entwickeln wir unsere Stadt?

Diese Fragen treiben uns, die wir Dresden im Wandel! ausrufen, um und  wir orientieren uns mit unseren Aktivitäten an der Bewegung der "Transition Towns", den Städten im Wandel. Auch wir wollen Dresden in eine Übergangszeit begleiten, in deren Verlauf wir unsere Stadt noch freundlicher, noch krisenfester, noch lebenswerter gestalten wollen.

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Wer in den vergangenen Wochen durch Dresden lief, stolperte an den zahlreichen Werbevitrinen vorbei auch über dieses Plakat:

Wasser, Strom, Erdgas und Wärme sind die Lebenselixiere meiner Stadt“ heißt es da. Die Dresdner Stadtwerke werben um Kunden und doch fehlt etwas wichtiges in der Liste der Lebenselixiere: Öl. Denn ohne Öl würde mangels Mobilität eine Menge Leben in der Stadt fehlen. Auf Anfrage erklärt man mir das naheliegende: „Öl fehlt, weil die DREWAG nur Trinkwasser, Erdgas, Strom und Fernwärme für Dresden liefert.“

Achja, stimmt.

Aber an wen muss man sich eigentlich wenden, wenn man mehr über das Lebenselixier Öl im Stadtkontext erfahren will? Schnell stellt man fest: Es gibt keinen zentralen Ansprechpartner, obwohl ölbasierte Treibstoffe für diese Stadt mindestens so wichtig sind wie Wasser, Strom, Erdgas und Wärme. Für die Treibstoffversorgung fühlt sich bislang niemand so recht verantwortlich.

Dank der Unterstützung aus dem Transition Town Dresden Netzwerk konnte ich am Transition-Treffen vom 03. bis 05. Oktober 20014 teilnehmen. Hier veröffentliche eine Zusammenfassung der beiden "Zwischenberichte". Meinen "Abschlussbericht", der inbesondere meine persönlichen Eindrücke des Treffens widerspiegelt, habe ich hier auf meinem Blog veröffentlicht: http://s8ren.de/blog/transit-ion/ 

Die Anreise gestern verzögerte sich leider um einige Stunden, so dass ich erst gegen Abend hier eingetroffen bin. Aber an einigen interessanten Veranstaltungen konnte ich bereits teilnehmen, darunter die Filmvorführung "Der große Demokrator", die in der Session "Art of Hosting" fortgeführt wurde. Im Kern geht es um Aktivierungs- und Beteiligungsprozesse. Als Quintessenz lässt sich sagen: Erst Rahmen- und Strukturvorgaben schaffen die Freiheit, um sich einer Herausforderung widmen zu können und handlungsfähig zu sein. Es viel der schöne Satz "Solange reden bis einer weint, ist auch nicht zielführend." Die Beziehungsebene zwischen allen beteiligten Akteuren ist erfolgsentscheident. Erst die Bereitschaft sich zu öffnen und verletzbar zu machen, kann echte Beziehungen entstehen lassen
 
Aus dem Workshop "Transition kommunizieren" konnte ich mitnehmen, dass ein hohes Koherenzgefühl notwendig ist, um erfolgreich "den Wandel" zu kommunizieren. Mit Blick auf die jeweilige Zielgruppe hangelt mensch sich dafür am besten an folgenen Fragen entlang: Was ist nötig, um das Gefühl zu vermitteln, dass (ein Problem) erklärbar und verstehbar ist? Was ist nötig, um das Gefühl zu vermitteln, dass (ein Problem) zu bewältigen ist? Was ist nötig, um das Gefühl zu vermitteln, dass es sich lohnt dieses Problem anzugehen?

Auf der Degrowth-Konferenz stehen konkrete Schritte für eine Gesellschaft jenseits von Wachstumszwängen im Mittelpunkt. Die Konferenz bietet einen Raum für wissenschaftliche Debatten, den Austausch zwischen Aktivistinnen & Aktivisten und wirtschaftlichen Pionierinnen und Pionieren sowie künstlerische Ansätze zum Thema. Es werden aktuelle Forschungsergebnisse sowie konkrete Projekte und Politikvorschläge vorgestellt, ausprobiert und diskutiert. Die Degrowth-Konferenz 2014 in Leipzig ist Teil eines internationalen Veranstaltungszyklus: bislang gab es 2008 in Paris, 2010 in Barcelona und 2012 in Venedig sowie in Montreal Degrowth-Konferenzen.

Vom 02.09. bis 06.09.2014 wird die Degrowth-Konferenz in Leipzig stattfinden. Auch wir Dresdner werden mit einigen Beiträge vertreten sein ...

Kurz vor den Landtagswahlen im August 2014 trat eine Wirtschaftsinitiative eine Diskussion um die Entwicklung des Dresdner Flughafens los mit dem Ziel, die Landesregierung als Miteigentümerin des Flughafens dafür zu gewinnen, den Flughafenbetrieb auszubauen und wieder für mehr Flugverbindungen zu sorgen. (SZ: Flaute am Flughafen – Wirtschaft greift Tillich an) Flugzeuge werden mit Kerosin auf Erdöl-Basis betrieben werden, deshalb passt dieses Thema in die Artikelserie zu „Dresden auf Entzug“.

Die Verkehrsstatistik des Flughafens zeigt: Nach der Wende vervielfachten sich die Passagierzahlen von 200.000 in 1990 auf über 1,7 Millionen binnen 5 Jahren. Mit spürbaren Schwankungen wurde das Passagiermaximum 2011 mit über 1,9 Millionen Passagieren erreicht. Seitdem sinken die Passagierzahlen ebenso wie die Verbindungen der Fluglinien und auch die Zahl der Läden im Flughafengebäude, was 2014 zu verstärkter medialer Beobachtung des Flughafens führte.

Am Dresdner Flughafen sinken nicht nur die Passagierzahlen, sondern auch die Zahl der Flugzeugbewegungen seit 2011 und die abgefertigte Luftfracht. Wie folgendes Diagramm zeigt, hat die Luftfracht in Dresden ihren Peak schon im Jahr 2000 überschritten und die Anzahl der Flugbewegungen hatte ihr Maximum bereits 1995.

Fortsetzung von DDaE, Teil 5 - Tourismus als Dresdner Risikofaktor

Der durchschnittliche Dresden-Besucher bleibt gerade einmal 2,1 Tage in der Stadt. Dresden-Touristen sind Kurztrip-Besucher. Das Problem bei Kurztrips: Das Verhältnis zwischen Reiseweg und Urlaubszeit ist schlecht. Man ist vergleichsweise viel Zeit unterwegs und relativ wenig Zeit am Urlaubsort. Exergetisch betrachtet: Das Verhältnis zwischen Energieaufwand für An- und Abreise und Aufenthaltsintensität ist schlecht. Kurztripper investieren also relativ viel Energie in relativ wenig Aufenthaltsdauer. Bei steigenden Energiepreisen ist zu erwarten, dass die Zahl der Kurztripper abnimmt. Aber bedeutet dies dann auch, dass dieselbe Zahl an Touristen einfach länger bleibt? Wohl kaum. Vielfach könnten viele Kurztrips einfach ausfallen, weil sie teurer werden. Wer länger bleibt, für den lohnt auch eine teure Anfahrt. Das bedeutet mindestens eine Veränderung für die Dresdner Tourismus-Infrastruktur, möglicherweise aber auch einen absoluten Rückgang der Zahl der Besucher, der Übernachtungen und der nach Dresden geflossenen Kaufkraft.

Laut Wertschöpfungsanalyse 2012 gibt jeder Dresden-Besucher 97 Euro pro Tag aus, wobei Tagestouristen sich die Übernachtung sparen. 23% dieser Summe fließen in die Übernachtung (→ Hotelgewerbe), 21% in Essen und Trinken (→ Gastronomiegewerbe), 17% in Führungen und Eintrittsgelder (→ Museen, Theater, Kultur) und 29% in Shopping (→ Einzelhandel und dort vor allem die Händler von Kleidung und Schuhen). Vor allem Tagesgäste kommen zum Shoppen in die Stadt, wobei steigende Ölpreise die „Shoppingfahrtkultur“ ausbremsen könnten.

Fazit: Dresden hat sich als Tourismusziel etabliert: Vor allem als Ziel für Kurztrips. Die steigende Bedeutung des Tourismus für die verschiedene Wirtschaftssektoren und die Einkommen in der Stadt hat bringt Risiken bei steigenden Mobilitätskosten mit sich. Die Tourismusströme könnten sich stark verändern, sollte die Energie für Mobilität teurer werden, was angesichts des Peak-Oil-Problems wahrscheinlich ist. Dann allerdings schrumpft der aktuell stark wachsende Wirtschaftssektor und die mit ihm verbundenen Branchen, was angesichts des Beitrags von 5% zum Gesamteinkommen in Dresden ein nennenswertes Risiko für die Stadtgesellschaft darstellt.

Der nächste Artikel wirft angesichts der aktuellen Debatte einen Blick auf den Dresdner Flughafen.

Alle Daten sind Publikationen der Dresden Marketing GmbH entnommen.

Dieser Artikel gehört zur Artikelserie „Dresden auf Entzug“ auf Dresden-im-Wandel.de. Er darf nach Rücksprache gern in anderen Blogs veröffentlicht und in anderen Medien abgedruckt werden. Verantwortungsvolle Unternehmen, die die Fortführung dieser Serie unterstützen wollen, sind als Sponsoren willkommen. Vortragsanfragen ebenso.

Sommer 2014: Alle machen Urlaub. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, nicht nur für die Erholung der Arbeitenden, sondern auch, weil er für das Einkommen tausender Familien auch in Dresden sorgt: Hotels, Museen, Gastronomie, Reisebüros, Busunternehmen – alle profitieren von der Reiselust. Für 20.000 volle Arbeitsplätze ist nach einer aktuellen Wertschöpfungsanalyse der Tourismus verantwortlich. Er generiert fast 1 Milliarde Euro Umsatz in Dresden, woraus 474 Millionen Euro Einkommen wurden und trägt damit einen Anteil von 5,3% zum Gesamteinkommen in Dresden bei.

Fast 2 Millionen Besucher, die 4,1 Millionen Nächte in Dresden blieben, verzeichnete die Dresden Marketing GmbH für 2013. Die 2012 durchgeführte Wertschöpfungsanalyse kommt sogar auf 5,2 Millionen Übernachtungen. 22.500 Betten stehen für Besucher zur ständigen Verfügung. Tendenz all dieser Kennzahlen: Steigend. Die Prognose, die die Marketinggesellschaft auf Basis der vergangenen Entwicklung und externer Annahmen über die Welttourismusentwicklung ableitet: 5,4 Millionen Übernachtungen in 2020 bei einem jährlichen Wachstum von 4%. Klingt gut, oder?

Du interessierst dich für Nachhaltigkeitsthemen?  Sie kennen die Akteure des Wandels aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik in Dresden?

Du möchtest gerne über deren Aktivitäten berichten? Es reizt Sie, in einem europäischen Kooperationsprojekt mit zu arbeiten?

Das europäische ARTS-Projekt, für Dresden am Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) angesiedelt, sucht in Dresden, Stockholm, Budapest, Brighton und Genk talentierte und neugierige BloggerInnen, die über Nachhaltigkeits-Initiativen und Projektaktivitäten berichten.
 
ARTS ist ein europäisches Forschungsprojekt dessen Team zu ergründen versucht, wie Anstrengungen zum stadtregionalen Wandel unterstützt und Veränderungsprozesse in Richtung Nachhaltigkeit beschleunigt werden können. Hierfür adressieren wir lokal ansässige Akteure des Wandels – sowohl aus dem zivilgesellschaftlichen wie auch öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich, um theoretische Erkenntnisse zu gesellschaftlichen Veränderungsprozessen vor dem Hintergrund Ihrer praktischen Erfahrungen zu diskutieren.
 
Der/die BloggerIn soll dabei in den nächsten 2 Jahren sowohl aus dem ARTS-Projekt, als auch aus der Transitionregion Dresden berichten. Mehr Infos finden sich hier http://www.ioer.de/projekte/aktuelle-projekte/arts/
 

Termin: 

Donnerstag, 28. August 2014 - 20:00

Der Film läuft vor dem offiziellen Kinostart in der folgenden Woche im gemütlichen Garten.

„Who Cares“ ist ein Dokumentarfilm über Sozialunternehmer auf der ganzen Welt – begeisternde, charismatische Menschen wie Nobelpreisträger Mohammad Yunus und Ashoka Gründer Bill Drayton, die die großen Probleme der heutigen Zeit mit Mut, Idealismus, Kreativität, Pragmatismus, und Beharrlichkeit erfolgreich bekämpfen. Im Film schildern sie ihre Träume, ihre Herausforderungen, ihre Sicht der Welt, und was sie auf ihrer bewegten Reise über effektives Sozialunternehmertum gelernt haben.«Who cares?» ist ein Film, der inspiriert, der begeistert, der Mut macht – ein Film, der ansteckt, selbst anzupacken ...

 

 

Energie für Mobilität ist heute so billig, dass zehntausende Dresdner die Stadt zum Arbeiten verlassen und zehntausende Nicht-Dresdner in die Stadt pendeln. Jede dieser „Arbeitsreisen“ benötigt neben der aufgewendeten Lebenszeit der Pendler auch Strom, falls die Fahrt mit der Bahn passiert oder Benzin, Diesel oder Kerosin, wenn die Fahrt per PKW, Bus oder Flugzeug passiert. Leider erhebt die Bundesagentur für Arbeit nicht, mit welchem Fahrzeug die Pendlerstrecken zurückgelegt werden. Auf die Idee, die Art des genutzten Fahrzeuges abzufragen kommt man (leider) nur, wenn man Dresden aus Öl-Gesichtspunkten beleuchten will.

2013 gingen fast 200.000 Dresdner einem (sozialversicherungspflichtigen) Job nach. Von ihnen arbeiteten 48.400 jedoch nicht in der Stadt, sondern pendelten in fast 700 Gemeinden nach außerhalb. Das heißt: Ein Viertel der jobbenden Dresdner muss pendeln. Zugleich fuhren über 86.000 Menschen aus fast 800 Gemeinden nach Dresden hinein, um zur Arbeit zu kommen. Das heißt: Über ein Drittel der Dresdner Stellen ist durch Menschen von außerhalb besetzt. Diese Stellen sind nur funktionsfähig, wenn die Menschen, die sie ausfüllen, in die Stadt kommen. Unsere Stadt „produziert“ also über 130.000 Menschen, die mindestens die Stadtgrenze überschreiten müssen, weil Wohn- und Arbeitsort voneinander getrennt liegen. Preiswerte Mobilität ist Bedingung für diese Lebens- und Arbeitsweise:

Für Dresden ergibt sich ein großes Risiko aus dem sogenannten „Ölfördermaximum“ (engl: Peak Oil). Peak Oil steht für:

  • das Maximum in der Ölförderung eines einzelnen Ölfeldes, eines Ölförderlandes oder auch des gesamten Planeten (der „globale Peak“)

  • die Auswirkungen dieses Förderhöhepunkts.

Oft verwechseln Menschen die Menge an in der Erdkruste lagernden Erdöls mit der Geschwindigkeit, mit der dieses Öl gefördert wird. Für uns Dresdner ist es weitaus unwichtiger, wieviel Erdöl in der Erdkruste lagert. Für uns ist es wichtig, mit welcher Geschwindigkeit es gefördert, raffiniert und nach Dresden transportiert werden kann. Denn diese Liefer-Geschwindigkeit beschränkt unseren Verbrauch: Die Menschheit kann nicht mehr Öl verbrauchen, als sie fördert.

„Peak Oil“ steht also für die Frage, wann eine Grenze der Erdölfördergeschwindigkeit erreicht ist und welche Auswirkungen die Annäherung an, das Erreichen oder das Überschreiten dieses Ölfördermaximums nach sich zieht. In der Diskussion um Peak Oil werden zur Veranschaulichung meist Förderkurven diskutiert, bei denen die Fördermengen dem jeweiligen Förderzeitpunkt zugeordnet werden. Das folgende Diagramm stellt die globale Ölförderkurve seit dem Jahr 1900 dar:

Im Stadtgebiet Dresdens wurde nie Öl gefördert und auch in ganz Sachsen gab es nie Ölförderung. Seitdem der Rohstoff Teil des Wirtschaftslebens ist, kommt er immer in großen Mengen von außerhalb. Der Großteil des in Dresden verbrauchten Benzins und Diesels dürfte aus der geografisch nähesten Raffinerie kommen: Aus der Total-Raffinerie in Leuna, die den mittel- bis ostdeutschen Raum versorgt. Dorthin kommt das Rohöl über eine Pipeline aus Schwedt, wo die russisch-deutsche „Druschba“-Pipeline endet (Druschba heißt Freundschaft!).

Dresden hängt also grundsätzlich an der Ölversorgung Deutschlands und – noch etwas spezieller – an der aus Russland kommenden Druschba-Pipeline.

Mineralöl trägt zum Primärenergieverbrauch Deutschlands etwa ein Drittel bei. Der Großteil davon landet im Verkehrsbereich. Von 2002 bis 2012 ging der deutsche Ölverbrauch um 16% zurück. Das klingt gut. Ein Risiko stellt jedoch die extreme Importabhängigkeit dar: nur 2% des in Deutschland verbrauchten Öls werden auch im Land gefördert. 98% des Ölbedarfs werden durch Importe gestillt, wie folgende Übersicht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zeigt. Die BGR ist eine Behörde des Wirtschaftsministeriums:

Bald startet die Degrowth-Konferenz in Leipzig. Nun braucht diese eure Unterstützung. Dein Beitrag ermöglicht, dass mehr Menschen an der Degrowth 2014 teilnehmen können. Bitte unterstütze Degrowth 2014, damit eine Konferenz für alle auf die Beine gestellt werden kann!

Dresden auf Entzug - die ölabhängige Stadt

Die Idee der „Transition Towns“ entstand dadurch, dass der Permakulturdesigner Rob Hopkins erfuhr, dass die Ölversorgung in absehbarer Zeit schrumpfen könnte. Er fragte sich, was ein Rückgang des Ölzuflusses für die Stadt, in der er lebte, bedeuten würde. Diese Frage stellten auch wir uns, als wir anno 2012 gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden zwei Veranstaltungen ansetzten. Wir nannten sie „Dresden auf Entzug“ und riefen die Frage auf: Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?

2014 ist diese Frage genauso zu beantworten wie 2012: Dresden funktioniert nicht ohne Öl. Die Stadtgesellschaft ist hochgradig abhängig von diesem energiedichten Rohstoff. Im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEuKK) heißt es, dass Dresden 2005 4,11 Terawattstunden aus Öl bezog. Das bedeutet, dass ein Viertel jeder in Dresden eingesetzten Kilowattstunde aus Erdöl stammt. 7% des Öls landet in Ölheizungen, 93% werden als Diesel und Benzin im Verkehr eingesetzt. Von den 216.000 Dresdner PKW fahren zu Beginn des Jahres 2014 genau 79 mit einem Elektromotor. 99,96% der PKW-Flotte fahren also mit Öl. Ohne Öl verwandeln sich diese Fahrzeuge in einen Haufen Schrott. Und auch bei LKW und Bussen sieht die Situation nicht anders aus.

Mit diesen Fahrzeugen transportieren sich Menschen zu ihren Arbeitsplätzen und zu Freizeitbeschäftigungen, ihre Kinder in Schule und Kita, ihr Essen von den Märkten nach Hause. Unternehmensmitarbeiter fahren zu Kunden und bekommen Vorprodukte geliefert. Touristen reisen nach Dresden. LKW transportieren Lebensmittel, Kleidung, Alltagswaren und die ganze blinkende Konsumwelt in unsere Stadt. Ohne Öl als Treibstoff wäre nicht nur unser Alltagsleben ein anderes, auch unsere Versorgung wäre bedroht. Sollte uns das zu denken geben?

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