Peak Oil

Wer in den vergangenen Wochen durch Dresden lief, stolperte an den zahlreichen Werbevitrinen vorbei auch über dieses Plakat:

Wasser, Strom, Erdgas und Wärme sind die Lebenselixiere meiner Stadt“ heißt es da. Die Dresdner Stadtwerke werben um Kunden und doch fehlt etwas wichtiges in der Liste der Lebenselixiere: Öl. Denn ohne Öl würde mangels Mobilität eine Menge Leben in der Stadt fehlen. Auf Anfrage erklärt man mir das naheliegende: „Öl fehlt, weil die DREWAG nur Trinkwasser, Erdgas, Strom und Fernwärme für Dresden liefert.“

Achja, stimmt.

Aber an wen muss man sich eigentlich wenden, wenn man mehr über das Lebenselixier Öl im Stadtkontext erfahren will? Schnell stellt man fest: Es gibt keinen zentralen Ansprechpartner, obwohl ölbasierte Treibstoffe für diese Stadt mindestens so wichtig sind wie Wasser, Strom, Erdgas und Wärme. Für die Treibstoffversorgung fühlt sich bislang niemand so recht verantwortlich.

Termin: 

Montag, 17. November 2014 - 19:00 bis 21:00

Mit seiner Hightech-Industrie gilt Dresden als wirtschaftlicher Leuchtturm im Osten Deutschlands. Mehr und mehr Menschen ziehen in die Stadt. Dieses Wachstum benötigt Energie. Wohnungen und Büros müssen beleuchtet und geheizt beziehungsweise gekühlt werden. Auch für unser Verkehrsverhalten wird zunehmend mehr Energie benötigt. Bisher waren Öl, Gas und Kohle die Treibstoffe des Wachstums. Vor einem möglichen Ende der fossilen Ressourcen müssen neue Energiequellen erschlossen werden.

Ansätze gibt es viele: Windräder, Solaranlagen, Brennstoffzellen, Energie aus Biomasse, Wasserkraft oder Geothermie, dazu intelligente Stromnetze und Apps zur Verbrauchsoptimierung. In der Diskussion um Peak Oil, die Ukrainekrise und der weltweiten Verteilung von Rohstoffen gewinnt das Thema Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energien an Bedeutung. Dresdens Klimaschutzstrategie "Energie fürs Klima. Dresden schaltet." zeigt die städtischen Maßnahmen rund um Energie und Klima zunächst bis zum Jahr 2030. Aber was kommt danach?

Fortsetzung von DDaE, Teil 5 - Tourismus als Dresdner Risikofaktor

Der durchschnittliche Dresden-Besucher bleibt gerade einmal 2,1 Tage in der Stadt. Dresden-Touristen sind Kurztrip-Besucher. Das Problem bei Kurztrips: Das Verhältnis zwischen Reiseweg und Urlaubszeit ist schlecht. Man ist vergleichsweise viel Zeit unterwegs und relativ wenig Zeit am Urlaubsort. Exergetisch betrachtet: Das Verhältnis zwischen Energieaufwand für An- und Abreise und Aufenthaltsintensität ist schlecht. Kurztripper investieren also relativ viel Energie in relativ wenig Aufenthaltsdauer. Bei steigenden Energiepreisen ist zu erwarten, dass die Zahl der Kurztripper abnimmt. Aber bedeutet dies dann auch, dass dieselbe Zahl an Touristen einfach länger bleibt? Wohl kaum. Vielfach könnten viele Kurztrips einfach ausfallen, weil sie teurer werden. Wer länger bleibt, für den lohnt auch eine teure Anfahrt. Das bedeutet mindestens eine Veränderung für die Dresdner Tourismus-Infrastruktur, möglicherweise aber auch einen absoluten Rückgang der Zahl der Besucher, der Übernachtungen und der nach Dresden geflossenen Kaufkraft.

Laut Wertschöpfungsanalyse 2012 gibt jeder Dresden-Besucher 97 Euro pro Tag aus, wobei Tagestouristen sich die Übernachtung sparen. 23% dieser Summe fließen in die Übernachtung (→ Hotelgewerbe), 21% in Essen und Trinken (→ Gastronomiegewerbe), 17% in Führungen und Eintrittsgelder (→ Museen, Theater, Kultur) und 29% in Shopping (→ Einzelhandel und dort vor allem die Händler von Kleidung und Schuhen). Vor allem Tagesgäste kommen zum Shoppen in die Stadt, wobei steigende Ölpreise die „Shoppingfahrtkultur“ ausbremsen könnten.

Fazit: Dresden hat sich als Tourismusziel etabliert: Vor allem als Ziel für Kurztrips. Die steigende Bedeutung des Tourismus für die verschiedene Wirtschaftssektoren und die Einkommen in der Stadt hat bringt Risiken bei steigenden Mobilitätskosten mit sich. Die Tourismusströme könnten sich stark verändern, sollte die Energie für Mobilität teurer werden, was angesichts des Peak-Oil-Problems wahrscheinlich ist. Dann allerdings schrumpft der aktuell stark wachsende Wirtschaftssektor und die mit ihm verbundenen Branchen, was angesichts des Beitrags von 5% zum Gesamteinkommen in Dresden ein nennenswertes Risiko für die Stadtgesellschaft darstellt.

Der nächste Artikel wirft angesichts der aktuellen Debatte einen Blick auf den Dresdner Flughafen.

Alle Daten sind Publikationen der Dresden Marketing GmbH entnommen.

Dieser Artikel gehört zur Artikelserie „Dresden auf Entzug“ auf Dresden-im-Wandel.de. Er darf nach Rücksprache gern in anderen Blogs veröffentlicht und in anderen Medien abgedruckt werden. Verantwortungsvolle Unternehmen, die die Fortführung dieser Serie unterstützen wollen, sind als Sponsoren willkommen. Vortragsanfragen ebenso.

Sommer 2014: Alle machen Urlaub. Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, nicht nur für die Erholung der Arbeitenden, sondern auch, weil er für das Einkommen tausender Familien auch in Dresden sorgt: Hotels, Museen, Gastronomie, Reisebüros, Busunternehmen – alle profitieren von der Reiselust. Für 20.000 volle Arbeitsplätze ist nach einer aktuellen Wertschöpfungsanalyse der Tourismus verantwortlich. Er generiert fast 1 Milliarde Euro Umsatz in Dresden, woraus 474 Millionen Euro Einkommen wurden und trägt damit einen Anteil von 5,3% zum Gesamteinkommen in Dresden bei.

Fast 2 Millionen Besucher, die 4,1 Millionen Nächte in Dresden blieben, verzeichnete die Dresden Marketing GmbH für 2013. Die 2012 durchgeführte Wertschöpfungsanalyse kommt sogar auf 5,2 Millionen Übernachtungen. 22.500 Betten stehen für Besucher zur ständigen Verfügung. Tendenz all dieser Kennzahlen: Steigend. Die Prognose, die die Marketinggesellschaft auf Basis der vergangenen Entwicklung und externer Annahmen über die Welttourismusentwicklung ableitet: 5,4 Millionen Übernachtungen in 2020 bei einem jährlichen Wachstum von 4%. Klingt gut, oder?

Für Dresden ergibt sich ein großes Risiko aus dem sogenannten „Ölfördermaximum“ (engl: Peak Oil). Peak Oil steht für:

  • das Maximum in der Ölförderung eines einzelnen Ölfeldes, eines Ölförderlandes oder auch des gesamten Planeten (der „globale Peak“)

  • die Auswirkungen dieses Förderhöhepunkts.

Oft verwechseln Menschen die Menge an in der Erdkruste lagernden Erdöls mit der Geschwindigkeit, mit der dieses Öl gefördert wird. Für uns Dresdner ist es weitaus unwichtiger, wieviel Erdöl in der Erdkruste lagert. Für uns ist es wichtig, mit welcher Geschwindigkeit es gefördert, raffiniert und nach Dresden transportiert werden kann. Denn diese Liefer-Geschwindigkeit beschränkt unseren Verbrauch: Die Menschheit kann nicht mehr Öl verbrauchen, als sie fördert.

„Peak Oil“ steht also für die Frage, wann eine Grenze der Erdölfördergeschwindigkeit erreicht ist und welche Auswirkungen die Annäherung an, das Erreichen oder das Überschreiten dieses Ölfördermaximums nach sich zieht. In der Diskussion um Peak Oil werden zur Veranschaulichung meist Förderkurven diskutiert, bei denen die Fördermengen dem jeweiligen Förderzeitpunkt zugeordnet werden. Das folgende Diagramm stellt die globale Ölförderkurve seit dem Jahr 1900 dar:

Im Stadtgebiet Dresdens wurde nie Öl gefördert und auch in ganz Sachsen gab es nie Ölförderung. Seitdem der Rohstoff Teil des Wirtschaftslebens ist, kommt er immer in großen Mengen von außerhalb. Der Großteil des in Dresden verbrauchten Benzins und Diesels dürfte aus der geografisch nähesten Raffinerie kommen: Aus der Total-Raffinerie in Leuna, die den mittel- bis ostdeutschen Raum versorgt. Dorthin kommt das Rohöl über eine Pipeline aus Schwedt, wo die russisch-deutsche „Druschba“-Pipeline endet (Druschba heißt Freundschaft!).

Dresden hängt also grundsätzlich an der Ölversorgung Deutschlands und – noch etwas spezieller – an der aus Russland kommenden Druschba-Pipeline.

Mineralöl trägt zum Primärenergieverbrauch Deutschlands etwa ein Drittel bei. Der Großteil davon landet im Verkehrsbereich. Von 2002 bis 2012 ging der deutsche Ölverbrauch um 16% zurück. Das klingt gut. Ein Risiko stellt jedoch die extreme Importabhängigkeit dar: nur 2% des in Deutschland verbrauchten Öls werden auch im Land gefördert. 98% des Ölbedarfs werden durch Importe gestillt, wie folgende Übersicht der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) zeigt. Die BGR ist eine Behörde des Wirtschaftsministeriums:

Dresden auf Entzug - die ölabhängige Stadt

Die Idee der „Transition Towns“ entstand dadurch, dass der Permakulturdesigner Rob Hopkins erfuhr, dass die Ölversorgung in absehbarer Zeit schrumpfen könnte. Er fragte sich, was ein Rückgang des Ölzuflusses für die Stadt, in der er lebte, bedeuten würde. Diese Frage stellten auch wir uns, als wir anno 2012 gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden zwei Veranstaltungen ansetzten. Wir nannten sie „Dresden auf Entzug“ und riefen die Frage auf: Wie funktioniert die Stadt ohne Öl?

2014 ist diese Frage genauso zu beantworten wie 2012: Dresden funktioniert nicht ohne Öl. Die Stadtgesellschaft ist hochgradig abhängig von diesem energiedichten Rohstoff. Im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEuKK) heißt es, dass Dresden 2005 4,11 Terawattstunden aus Öl bezog. Das bedeutet, dass ein Viertel jeder in Dresden eingesetzten Kilowattstunde aus Erdöl stammt. 7% des Öls landet in Ölheizungen, 93% werden als Diesel und Benzin im Verkehr eingesetzt. Von den 216.000 Dresdner PKW fahren zu Beginn des Jahres 2014 genau 79 mit einem Elektromotor. 99,96% der PKW-Flotte fahren also mit Öl. Ohne Öl verwandeln sich diese Fahrzeuge in einen Haufen Schrott. Und auch bei LKW und Bussen sieht die Situation nicht anders aus.

Mit diesen Fahrzeugen transportieren sich Menschen zu ihren Arbeitsplätzen und zu Freizeitbeschäftigungen, ihre Kinder in Schule und Kita, ihr Essen von den Märkten nach Hause. Unternehmensmitarbeiter fahren zu Kunden und bekommen Vorprodukte geliefert. Touristen reisen nach Dresden. LKW transportieren Lebensmittel, Kleidung, Alltagswaren und die ganze blinkende Konsumwelt in unsere Stadt. Ohne Öl als Treibstoff wäre nicht nur unser Alltagsleben ein anderes, auch unsere Versorgung wäre bedroht. Sollte uns das zu denken geben?

Termin: 

Sonntag, 24. Februar 2013 - 14:00

Klimawandel, Peak Oil, Bankenkrise – allerorten fordern die Zeichen der Zeit nach tiefgreifender Veränderung. Während immer deutlicher sichtbar wird, dass dies nicht mit ein wenig grünem Konsum und oberflächlichen Reformen zu bewerkstelligen ist, stellt sich die Frage, wo wirklich nachhaltige Denk- und Lebensweisen entwickelt und gelebt werden.
 
Unter dem Motto »anders denken. anders leben« stellt die Zeitschrift Oya seit Frühling 2010 ermutigende und zukunftsweisende Projekte vor, die engagierte Menschen aus eigener Kraft aufbauen. Wichtig für Oya sind außerdem die vielfältigen sozialen Bewegungen, die sich für mehr Bürgerbeteiligung in der Politik, eine Ökonomie ohne Wachstumszwang und eine Kultur von Kooperation und Verbundenheit einsetzen. Auch die Zeitschrift selbst basiert auf einem solidarischen Wirtschaftsmodell – über 300 Menschen haben als Lesergenossenschaft den Aufbau ermöglicht. Oya dokumentiert die Entwicklung einer kulturkreativen Bewegung und vernetzt aktive Menschen im gesamten deutschsprachigen Raum.

Auf Telepolis ist ein Beitrag von Stefanie Eisenreich zur Transition-Town-Bewegung als Antwort auf KlimawandelPeak Oil und Wirtschaftskrise erschienen:

Umweltkatastrophen, Erderwärmung, Peak Oil und Wirtschaftskrisen bestimmen mittlerweile - global betrachtet - unseren Alltag. Medien berichten beinah täglich darüber und der Klimawandel scheint nicht aufzuhalten zu sein. Wir sind in einer Zeit angekommen, in welcher wir uns fragen müssen, wann uns Ressourcen wie Erdöl ausgehen und welche Alternativen uns zur Verfügung stehen. 2010 konnte eine Studie der Bundeswehr belegen, dass etwa 90% aller industriell gefertigten Produkte von der Verfügbarkeit von Erdöl abhängen, während ebenfalls 90% aller Förderstaaten ihren Peak Oil bereits überschritten haben oder bis 2015 noch überschreiten werden.

Der Beitrag berichtet am Beispiel von Dresden von den Städten im Wandel und führt Beispielhaft Initiativen in Dresden, wie das UFER-Projekt, den Elbtaler und das Umundu-Festival auf.

Termin: 

Donnerstag, 29. November 2012 - 16:40 bis 18:10

Unser Handeln - und vor allem unser Einkaufsverhalten - schwankt beständig zwischen dem Wunsch, "nachhaltig zu handeln" und den Verheißungen des Konsumismus. Doch das Ende des billigen Erdöls könnte das Ende der Konsumgesellschaft bedeuten. Der Entzug vom Öl ist kein leichter Trip und doch steht er uns bevor: Die steigenden Spritpreise sind unüberhörbare Signale des nahen Ölfördermaximums, auch "Peak Oil" genannt. Eine Welt ohne Öl? Heute kaum vorstellbar und doch eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Sie könnte weniger mit "Nachhaltigkeit" als mehr mit "Resilienz" zu tun haben und viel des romantisch-grünen Glamours verlieren. Was kann der Einzelne tun? Wo kauft er ein? Und was?

Norbert Rost (Dresden), Diplom-Wirtschaftsinformatiker Büro für postfossile Regionalentwicklung / Transition-Town-Initiative
Andreas W. Poldrack (Dresden), Jurist, Postfossile Zukunft / Transition-Town-Initiative

Im Deutschlandradio Kultur ist eine Sendung zum Thema "Peak Oil - Das Ende vom Märchen der Wachstumsgesellschaft" von Markus Metz und Georg Seeßlen erschienen. Diese ist auch nachhörbar: ► zur Sendung

Termin: 

Donnerstag, 8. November 2012 - 16:00 bis 20:30

Dresden auf Entzug - Teil 2 - 8. November 2012Nicht erst 2060, sondern bereits 2016 könnte Treibstoff an den Tankstellen 2,50 EUR kosten. Wie aber organisieren wir unsere Stadt, in der Tausende täglich mit dem PKW pendeln, Märkte und Unternehmen auf LKW-Transporte angewiesen sind und auch Feuerwehr, Polizei, Krankenwagen und Taxis Mineralöl brauchen? Bis 2035 wird Dresden, wie andere europäische Städte auch, ohne nennenswerte Ölreserven auskommen müssen. Ursache dafür ist das globale Erdölfördermaximum, über das Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur sagt:

„Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt!“

Die Veranstaltungsreihe Dresden auf Entzug will für die Ölabhängigkeit sensibilisieren und einen Prozess anstoßen, der unsere Stadt in ein Zeitalter nach dem Öl führt. Aufgrund des großen Publikumsinteresses zu der ersten Tagung im April (► Video der April-Tagung) haben wir uns zu einer zweiten Veranstaltung entschlossen. Diesmal wollen wir wissen, wie sich Stadtverwaltung und Stadtplaner mit dem Thema auseinander setzen und was wir aus einer Zeit „vor dem Öl“ für die Zukunft lernen können.

  • 16.00 Uhr Eröffnung der Infostände
  • 17.00 Uhr Eröffnung der Tagung Norbert Rost, Regionalentwicklung.de
  • 17.15 Uhr Dr. Matthias Mohaupt, Abteilungsleiter Verkehrsplanung im Stadtplanungsamt: Verkehr Dresden 2025
  • 17.30 Uhr Prof. Dr. Jürg Sulzer, Stiftungsprofessur Stadtumbau und Stadtforschung an der Technischen Universität Dresden: Amerikanisierung der Stadtstrukturen?
  • 17.45 Uhr Joachim Breuninger, Direktor des Verkehrsmuseums Dresden: Dresden vor dem Öl
  • 18.00 Uhr World Café – Ihre Meinung ist gefragt!
  • 19.00 Uhr Pause mit Catering
  • 19.30 Uhr Fazit-Runde / Podiumsdiskussion
  • 20.30 Uhr Ende der Tagung

Moderation: Andreas W. Poldrack, Postfossile Zukunft, Dresden

Anmeldung erbeten unter Sachsen@fes.de oder Telefon 0351 / 8046804. Eintritt frei.

Termin: 

Dienstag, 18. September 2012 - 18:00 bis 20:00

"Wann geht uns das Erdöl aus?" - Diese Frage geht am Kern vorbei. Der Tag, an dem der letzte Tropfen Erdöl aus der Erde geholt wird, liegt in ferner Zukunft. Viel früher tritt jedoch der Punkt ein, an welcher die mögliche Fördermenge der Nachfrage nicht mehr standhält. Peak Oil - das globale Erdölfördermaximum - ist dann erreicht. Das Erdöl-Zeitalter endet also bereits lange vor dem Ende des Öls. Wie aber organisieren wir dann eine Gesellschaft, welche vom Erdöl abhängig ist? Was, wenn Dresden und andere europäische Städte bis 2035 ohne nennenswerte Ölmengen auskommen müssten? Halten wir uns vor Augen, was Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur sagt: „Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt!“ Der Jurist Andreas Poldrack vom Büro „Postfossile Zukunft“ wird in seinem Vortrag diesen Fragen nachgehen und dem Publikum zur Diskussion stellen.

Oft scheint es, als spräche man über Peak Oil wie über ein abstraktes Phänomen, was uns lokal nicht betrifft. Und noch mag das korrekt sein, aber auf europäischer Ebene zeigt sich: Europas Peak in der Ölförderung ist seit 2002 überschritten. Die verfügbaren Mengen auf dem Kontinent sinken, die Lücke muss durch Importe gedeckt werden. Aber wie lange geht das gut?

Europa nach dem Peak of Oil

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